Künstler: Alexander Raymond, Fragment aus "Sopor", 1995, 120x140 cm
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Prof. Dr. med. Werner Hunstein


English Version

Brief an das Amyloidose-Zentrum Heidelberg


Juli 22, 2011

Liebe Kolleginnen und Kollegen Amyloid Center Heidelberg,

einer der von Ihnen betreuten Patienten, Herr H.-H. W. hat mir einen Dankesbrief mitsamt Behandlungsunterlagen zukommen lassen, nachdem er über meinen Behandlungserfolg mit grünem Tee (gT) gelesen und auch bei sich eine fast "explosionsartige" Besserung seines Wohlbefindens erlebt hatte; er schreibt mir: "Ich habe wieder Lust am Leben und freue mich über jeden Tag, den ich erleben darf. Ich kann wieder mehr als 20-30 Schritte gehen, Treppen steigen und normal essen". Er ist einer von vielen Mitpatienten mit ähnlichen Beobachtungen, die mir dies mitgeteilt haben.

Seinem Brief entnehme ich mit einer gewissen Erleichterung, dass Sie Ihren Patienten die Einnahme von gT oder seinen Extrakten nicht mehr, wie eine zeitlang grundsätzlich verbieten, sondern sogar "empfehlen". Dieser Patient hatte Sie zuvor darum gebeten.

Ich möchte deshalb sehr gerne die neuesten Entwicklungen der EGCG-Therapie, besonders in Bezug auf die weiter entwickelten Einnahmekonditionen an Sie weitergeben. Dazu erlauben Sie mir bitte sechs Anmerkungen:

1. EGCG ist instabil und oxydiert z. B. sehr schnell bereits durch Kontakt mit Sauerstoff der Luft. Das lässt sich mit Vitamin C verbessern ( Ferruzzi et al. 2007). Dieses Phaenomen ist selbst bei der Entnahme von Blut zur Plasma-Spiegelbestimmung zu beachten.

2. EGCG wird schlecht resorbiert, was sich mit Extrakt von schwarzem Pfeffer=Piperin (ebenfalls einem Nahrungsergänzungsmittel) bessern lässt (Altland, Schreiner u. Hunstein, 2009), um das etwa 10-fache jedoch durch Omega-3 Fischöl. Auf eine diesbezügliche Arbeit an Mäusen von Shirai, N. and Suzuki,H., 2008 hat mich Herr Mereles aufmerksam gemacht und ich habe sie an mir erfolgreich nachvollzogen. Herrn Derliz Mereles, einem besonderen Kenner der früheren und neuesten Literatur zum Thema EGCG, verdanke ich unendlich viel an Beistand, Unterstützung und Information.

3. Wegen der ungewissen, zudem schwankenden Aufnahme-Bedingungen ist es ABSOLUT NOTWENDIG, bei den Patienten, welche gT-Gesamtextrakt Kapseln oder EGCG gT Reinextrakt einnehmen, immer wieder EGCG Plasmaspiegel bestimmen zu lassen bei einem privaten Labor in Heidelberg, der Ihnen sogar Gratis Untersuchungen angeboten hatte.

In meinem Fall sind auf diese Art und Weise die Plasmaspiegel von zuvor 80-100, maximal 200 µg/l auf 1160, 882 und 872 µg/l angestiegen! Trotz des nachgewiesenen Verlustes durch die Dialyse Lösung während meiner Uraemie-bedingten tgl., jedoch nachts zu Hause stattfindenden Peritoneal-Dialyse.

4. Die Wirkungsweise von EGCG auf die Bildung von Amyloid ist von Dagmar Ehrnhoefer et al. 2008 in Nature beschrieben und sogar mit einem Kommentar samt erläuternder Zeichnung publiziert worden. Insoweit ist Ihre Einlassung am Ende Ihres Briefes an Ihren Patienten H.-H.W. überholt, wenn Sie dort schreiben: "da Hinweise bestehen, dass durch die regelmässige Einahme von EGCG Amyloid Ablagerungen reduziert werden können". Der von mir bemerkte Abbau meiner beträchtlichen Makroglossie, die Besserung meiner durch Einlagerungen von Amyloid bedingten kloßigen Sprache, ebenso wie die messbare und damit Dank Herrn Mereles belegte, überprüfbare Abnahme der Dicke meines interventrikulären Herzseptums sind für mich klare Anzeichen gewesen: EGCG MUSS auch Amyloide abbauen!

Das hat mir zwar niemand abgenommen, die Schulmedizin hat mich vielmehr als Esoteriker lächerlich gemacht.

5. Eine von mir eher spielerisch angeregte Untersuchung am Pette-Institut in Hamburg durch Ilona Hauber et al. (PNAS, 2008) zeigte erstmals: EGCG kann auch Amyloid abbauen. Überzeugende, elektronenmikroskopische Bilder und zwei Farbbilder dazu finden Sie im Anhang zum Beitrag "Wie greift EGCG in den Wirkungsmechanismus der Amyloidbildung ein?" von Jan Bieschke auf meiner website: http://www.hunstein-egcg.de.

6. Eine genaue Analyse des Amyloid Abbaus durch EGCG erfolgte 2009 in PNAS durch J. Bieschke et al. Herr Bieschke ist Ihnen persönlich bekannt als Mitglied der Wankergruppe am Delbrückzentrum in Berlin-Buch. E.E. Wanker hatte am 6.9. 2006 unmittelbar nach dem Ende meiner 14 maligen, immer nur kurz wirksamen Palladini-Zyklen über die Einwirkung von EGCG auf die Amyloidbildung vorgetragen. Auf der Suche nach einer gegen Alzheimer wirksamen Substanz hatte seine Forschergruppe 18.000 verschiedene Substanzen analysiert und war dabei auf EGCG gestossen. Das ist mir dank der Vermittlung durch meinen vormaligen OA und behandelnden Arzt Antonio Pezzutto, jetzt an der Charité in Berlin bekannt geworden und ich habe seinem telephonischen Rat am 7.9 2006 sofort folgend mit 2 l gT begonnen, weil nach Wanker im gT besonders reichlich EGCG vorhanden sei. Seit Ende August 2006 lebe ich ohne weitere Chemotherapie, anfangs mit gT, bis es sich für einen Kaffee-Trinker zum tea boarding entwickelte; später mit EGCG Reinextrakt , also seit 4 Jahren und 11 Monaten (bei einer angeblichen statistischen Lebenserwartung von damals ca.6 Monaten).

Inzwischen ist "meine" Methode von Giampaolo Merlini, dem italienischen Amyloidose Papst, Biochemiker in Pavia, anerkannt. Er hat mir auf einem internationalen Myelom Kongress in Budapest im letzten Jahr coram publico den Ehrentitel "father of the application of EGCG in the traetment of Amyloidosis" verliehen.).

Das macht mir Mut für die Zukunft-trotz meiner bald 83 Jahre, zumal wir Alle Alles versuchen sollten, um aus dem Nahrungsergänzungsmittel EGCG ein Pharmakon werden zu lassen! Nur mittels parenteraler Applikation werden 20-25-fach höhere Plasmaspiegel, als jemals oral mit allen tricks erreichbar werden, wie sie nach Shammas et al.(Blood, 2006) zum Erreichen von Zytotoxizität z.B. bei menschlichen Plasmozytomzellen im Tierversuch notwendig sind.

Für weitere Fragen stehen Herr Mereles und ich Ihnen und allen Amyloidoseforschern gerne zur Verfügung.

Beste Grüsse, verbunden mit Dank für Ihr Verständnis, um das ich Sie höflich bitte und viel Erfolg bei Ihrer hoffentlich bald beginnenden-oder schon laufenden Studie

W. Hunstein

"mens enim et ratio et consilium in senibus est": M.T. Cicero in "Cato Maior De Senectude". 45 a.Ch.
(Denn bei den Greisen findet sich Verstand, Vernunft und Klugheit)